Der Herr der Ringe – Der Weltbestseller von J.R.R. Tolkien

featured, Literatur — Von Claudia in 18. November 2011 10:48

Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien gehört zu den am meisten gelesenen Büchern der Erde. Auf der Weltrangliste der erfolgreichsten Bestseller aller Zeiten rangiert das Werk auf Rang 10. Seit der Verfilmung der Fantasy-Trilogie stiegen die Verkaufszahlen für die Bücher noch einmal in die Höhe.

Fantasy-Roman als Werk eines Sprachwissenschaftlers

Als er sein Fantasy-Werk Mitte der 1950er Jahre veröffentlichte, ahnte der Autor noch nichts von seinem späteren Ruhm. J.R.R. Tolkien, in Südafrika aufgewachsen als Sohn eines Bankangestellten, war zur Zeit der Entstehung des späteren Weltbestsellers ein eher Unbekannter. Er führte ein unauffälliges, beinahe langweiliges Leben. Abenteuer wie Frodo und seine Gefährten hat der Brite sicher nicht erlebt. Tolkien war ein Sprachwissenschaftler und lehrte an der Universität, seine Liebe galt den altenglischen und altnordischen Sprachen. Dieses Wissen um Sprachen wurde wichtig bei der Abfassung von Der Herr der Ringe, in dem verschiedene erfundene Sprachen eine wichtige Rolle spielen. Fast sein gesamtes Berufsleben als Gelehrter verbrachte Tolkien im altehrwürdigen Oxford. Auch seine Söhne wurden Gelehrte und Schriftsteller und verwalten heute das literarische Erbe ihres Vaters.

Ein Bestseller auch auf Deutsch

Das Werk Der Herr der Ringe ist eine Trilogie, das heißt, die Geschichte ist verteilt auf insgesamt drei Bücher: Die Gefährten, Die Zwei Türme und Die Rückkehr des Königs. Ursprünglich wollte Tolkien die Geschichte sogar auf sechs Bücher verteilen, was sein Verlag allerdings ablehnte. Die gesamte Buchreihe erschien in den Jahren 1954 und 1955 zunächst in Großbritannien und wurde sogleich ein Riesenerfolg. Die deutsche Übersetzung erschien erst viele Jahre später, nämlich 1969/1970. Auch auf Deutsch wurde Der Herr der Ringe sofort ein Bestseller. 2000 wurde eine neue Übersetzung ins Deutsche veröffentlicht, passend zu den Verfilmungen durch den Regisseur Peter Jackson.

High-Fantasy mit einer eigenen magischen Welt

Das Besondere an Der Herr der Ringe ist, dass in dem Roman eine völlig eigene und neue Welt erfunden wird. Daher rechnet man das Buch der sogenannten High Fantasy zu, als dessen eigentlicher Erfinder Tolkien gilt. Grundlage ist eine Art ideales Mittelalter, in der Gute und Böse Kriege gegeneinander führen, um die Macht zu erlangen. Die Macht schenkt seinem Besitzer der Ring, um dessen Eroberung sich in dem Buch alles dreht. Die High Fantasy spiegelt eine komplett bis ins kleinste Detail ausgearbeitete Fantasiewelt vor. Diese magische Welt ist der menschlichen teilweise sehr ähnlich, dennoch völlig von ihr verschieden. In Der Herr der Ringe ist es sogar ein eigener Kontinent, der in dem Buch lebendig wird. Auf diesem Kontinent leben die unterschiedlichsten Völker und Wesen, Sterbliche wie Unsterbliche, Menschenähnliche und Dämonenartige, die alle ihre eigenen Sprachen, ihre eigene Geschichte und ihr eigenes Schicksal haben. Da Tolkien Sprachwissenschaftler war, konnte er eine komplette Sprache mit einer richtigen eigenen Grammatik erfinden. Jedes Abenteuerbuch braucht einen Sympathieträger, mit dem sich der Leser identifizieren kann. In Der Herr der Ringe ist das der Hobbit Frodo, der mit seinen Gefährten für das Gute steht. Den Hobbits gehören die Sympathien von Tolkien, der sich selber mal als Hobbit bezeichnet hat. Fast 20 Jahre vorher hatte Tolkien für seine Kinder ein Buch geschrieben, das später ebenfalls ein Bestseller wurde: Der kleine Hobbit.

Foto: Aaron Amat – Fotolia.de

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